Die Konzentration auf den einen perfekten Moment, um den Auslöser zu drücken, die Tonalität und Körnigkeit der Bilder …  Wer als Fotograf heute noch auf Film fotografiert, hat gute Gründe für die aufwändigere Art, Fotos zu erstellen. Viele Filmfotografen fertigen trotz analoger Aufnahmetechnik aber digitale Drucke auf Hahnemühle-Papieren. Denn als Fine Art-Drucke auf echten Künstlerpapieren garantieren sie längere Haltbarkeiten als Ausbelichtungen, einen größeren Farbraum und unzählige darstellbare Nuancen in Schwarz und Grau. Brian Ho ist Hochzeitsfotograf aus Singapur und fotografiert nach wie vor auf Film. Seine handwerkliche Expertise setzt sich in handgemachten Drucken und Alben fort. Wir haben den Fotografen zum Interview eingeladen.

Wann haben Sie Ihre Leidenschaft für Film-Fotografie entdeckt?

Als ich zum ersten Mal die schwarz-weiß Arbeiten des legendären französischen Fotografen Henri Cartier Bresson gesehen habe. Einige Zeit später hatte ich die Gelegenheit, Werke von Fotografen wie Robert Capa, Elliot Erwitt und Robert Doisneau zu studieren. Zufälligerweise sind sie alle Nachkriegs-Fotojournalisten. ©Brian Ho_Petzval Experiment Image

Wie sind Sie zur Hochzeitsfotografie gekommen?

Es war auf jeden Fall etwas, das durch Zufall passierte. Ich hatte nicht die Absicht, Fotograf zu werden, geschweige denn einer, der auf Hochzeiten spezialisiert ist. Etwas, das als Hobby begann, wurde zu einer sehr ernsten Leidenschaft und von einer sehr ernsten Leidenschaft ist es zu einer Obsession geworden. Es gab kein Blick zurück von da an.

©Brian Ho_Charissa, Paris August 2008Und warum fotografieren Sie nach wie vor auf Film?
Aus unerfindlichen Gründen erscheint mir die Filmfotografie sehr natürlich. Ich mag die digitale Fotografie nicht, alles scheint mir „zu sicher“ und „zu vorhersehbar“. Ich mag die Elemente des Risikos und der Überraschung (sogar der Bösen) in der Fotografie. Das Gefühl von Abenteuer und eine gute Portion Unberechenbarkeit reizen mich.

Welches Ihrer Projekte / Motive hat die Tür zum professionellen Markt geöffnet?

Das ist eine sehr schwierige Frage, weil ich wirklich kein bestimmtes Projekt genau bestimmen kann. Vielleicht kann ich die Frage, was meine kultigstes Bild wäre, eher beantworten. Ich denke, es ist ‚Charissa‘, eine Braut und Kundin von mir, irgendwann im August 2008 aufgenommen in einer Wohnstraße des Arrondissement 4e im Zentrum von Paris. Aus einem seltsamen Grunde, konnten sich eine Menge Leute mit diesem Bild identifizieren. Vielleicht ist die Tatsache, dass es in einer unscheinbaren Straße aufgenommen ist. Es verleiht dem Bild ein Gefühl der Universalität. Es könnte sehr gut irgendwo anders aufgenommen worden sein. Aber im Allgemeinen ist es wohl die Tatsache, dass ich die meisten meiner Fotos analog fotografiere. Das ist eine Rarität und eine Form der Einzigartigkeit in der heutigen Zeit, wo die meisten Menschen nur von digitaler Fotografie wissen.

Wer inspiriert Sie am meisten?

Alltägliche Menschen und wie sie durchs Leben gehen.

Wie würden Sie Ihre persönlichen Stil in der Fotografie beschreiben?

Ich tendiere dazu, meine Fotografien so zu ‚denken‘, wie ich sie als Abfolge von Bildern in einem Kinofilm sehen möchte. Viele meiner Arbeiten sind von Kinowerken inspiriert: Das wichtigste Element der Filmkunst ist das Geschichtenerzählen. Ich mag den Gedanken, dass meine Fotografien ihren Gehalt in einer sehr realen, unbearbeiteten und unprätentiöse Art und Weise vermitteln.

Was ist das Anspruchsvollste bei der Hochzeitsfotografie?

©Brian Ho_Mounting Wedding Prints on Hahnemuehle PaperIch habe immer versucht, jede Hochzeit anders als die anderen zu fotografieren. Ich glaube, dass jede Hochzeit anders ist, weil die Chemie zwischen den Menschen verschieden ist. Aber das ist leichter gesagt, als Woche für Woche wirklich getan, wenn Hochzeiten alles ist, was sie sehen. Neue Perspektiven sind eine ständige Herausforderung und als kreative Person ist mir eine frische Perspektive wichtig.

Wie wichtig ist Ihnen die gedruckte Präsentation Ihrer Kunstwerke?

Ich gehöre zur alten Schule und denke, dass Bilder nur in gedruckter Form geschätzt werden. Gedruckte Bilder geben einem Ereignis eine größere Bedeutung, die konträr zu einem Bild auf dem Computer-Bildschirm steht. Das Element der Haptik fehlt am Bildschirm.

Welches ist Ihr Lieblingspapier von Hahnemühle und warum?

Das ist German Etching. Die Textur verleiht den Fotos einen Eindruck von Dreidimensionalität. Die Farben meiner Fotos haben darauf eine fast malerische Lebendigkeit. Es ist mein Signaturpapier für meine Farb- und Schwarz-Weiß-Arbeiten. Meine drei anderen Favoriten sind die Monet Canvas, Photo Rag® und Photo Rag® Satin.

Haben Sie ein Projekt, das Sie gerne einmal realisieren wollen?

Ich möchte gern Regie bei einem Spielfilm führen. Das war schon immer mein Traum.

©Brian Ho_Wedding Shot, Rome September 2010Was kommt als Nächstes?

Mich reizen neue experimentelle Erfahrungen, wie bei meinem früheren Petzval Experiment (Lomography). Ich will etwas Neues probieren, das mir hilft, die Fotografie und die Kunst der Bildherstellung in einer ganz anderen Perspektive zu sehen. Ich arbeite auch an einem experimentellen Buchbinde-Projekt mit Hahnemühle-Papieren. Ich erstelle gerade Prototypen eigener Foto-Bücher mit Hahnemühle-Papier wie Photo Rag®, das nicht doppelseitig beschichtet ist.

Brian Hos Blog verrät mehr über seine Arbeit als Fotograf, Albummacher und Buchbinder: http://blog.thegaleria.com/

Einen guten Einblick in Brians Arbeit gibt das Video „It’s handmade!“ from thegaleria

Hinterlasse einen Kommentar

Ihre Mailadresse wird nicht publiziert. Pflichtfelder sind mit * markiert.

löschenSenden