©Mark Edward Harris_USA Indianapolis Orangutan Azy

Mark Edward Harris im Interview mit Hahnemühle – Sony World Photography Award Shortlist 2018

Mark Edward Harris‘ Orang-Utan-Porträt ‚Azy‘ mit dem Mona Lisa-artigen Lächeln stammt aus seinem neuesten Projekt. Bei seinem Projekt „Augen sind das Fenster zur Seele“ können Betrachter den Orang-Utans quasi in Lebensgröße gegenüberstehen. Menschen und Orang-Utans haben 97 Prozent ihrer DNA gemeinsam. Harris hatte die Chance, diesen Primaten im Internationalen Orang-Utan-Zentrum des Indianapolis Zoos ganz nahe zu kommen und eindringliche Tierporträts zu fotografieren. Das Bild ging als Finalisten-Bild im Sony World Photography Award um die Welt. Mark Edward Harris plant, die Serie groß – wie viele seiner anderen Motive – zu drucken. Warum, erzählt er in diesem Interview.

©Mark Edward Harris_USA Indianapolis Orangutan Azy
©Mark Edward Harris_USA Indianapolis Orangutan Azy

Wie haben Sie die Fotografie „entdeckt“?

Mein Vater dokumentierte Familienreisen in den USA mit Stand- und Filmkameras. Ich war sein „Backup-Kameramann“, als er selbst auf dem Bild sein wollte. Ich liebte die Idee, einen Moment in der Zeit einzufrieren und unsere Reisen auch in diesen frühen Jahren zu dokumentieren. Aber erst während eines College-Fotokurses, der in einer Dunkelkammer der California State University in Northridge stattfand, verliebte ich mich in den Prozess der analogen Fotografie selbst. In dem Moment, als ich sah, wie ein Bild auf dem Papier im Entwickler entstand, war ich von der Magie fasziniert.

Wie wurde aus der Leidenschaft eine Karriere?

Mein Bachelor-Abschluss in Northridge war in Geschichte. Ich besuchte danach Fotografie-Klassen, während ich mich mit einer Vielzahl von Jobs einschließlich der Aufnahme von Immobilien-Fotos über Wasser hielt. Nach meinem Abschluss an der California State University in Los Angeles mit einem Master in einem speziellen Hauptfach, Pictorial / Documentary History, bekam ich meinen ersten regulären Job in der Fotografie. Ich machte Film- bzw. Studiofotografie mit den Stills für die Merv Griffin Show in Hollywood. Ich kümmerte mich um die prominenten Gäste in der Garderobe und durfte sie fotografieren. Es war eine großartige Erfahrung, aber erst als die Show abgesetzt wurde, konnte ich mich auf die Art von Reise- und Dokumentarfotografie konzentrieren, die ich heute mache.

Wie haben Sie Ihr fotografisches Konzept entwickelt, um es potenziellen Kunden zu zeigen?

Als die Show zu Ende war, machte ich mich auf eine viermonatige Reise durch den Südpazifik und Asien um ein Portfolio mit meinen Bildern aufzubauen. Ich entwickelte die Stilrichtung, die ich verfolgen wollte. Das war definitiv ein gutes Sprungbrett, aber erst als ich eine zusammenhängende Serie über Vietnam herausbrachte, wurde mir klar, wie wichtig es ist, klar fokussiertes Serien zu einem bestimmten Thema zu entwickeln. Foto-Redakteure sind nicht an einer Reihe von Bildern interessiert, die nichts miteinander zu tun haben. Ich begann Foto-Essays mit Autoren zu entwickeln und mache das immer noch gern: Kürzlich habe ich ein Projekt in Irakisch-Kurdistan gemacht, das in der New York Times zusammen mit einem fantastischen Autor veröffentlicht wurde. Diese Foto-Essays aus Wörtern und Bildern haben viele Türen geöffnet. Ich betone diesen Punkt in meinen Workshops und meinem aktuellen Buch „Eine Reise durch Bilder beschreiben“ (The Travel Photo Essay).

Woran arbeiten Sie gerade?

Ich bin immer flexibel und bereit für redaktionelle Aufgaben in letzter Minute. Aber es auch ist wichtig, eigene Projekte zu haben, die einem freiberuflichen Leben Kontinuität verleihen. Ich habe diese Lektion schon früh gelernt, als ich die Magnum Fotografin Eve Arnold in London interviewte. Sie erzählte mir, dass ihr bekanntestes Projekt „In China“ zustande gekommen sei, weil sie immer nach Projekten gesucht habe, anstatt zu warten, dass das Telefon klingelt. Ich denke, das ist ein wichtiger Ratschlag für jemanden, der eine Karriere als freiberuflicher Fotograf machen will.

Einige meiner stärksten Arbeiten sind aus diesen freien Projekten entstanden. „Die Art des japanischen Bades“ (The Way of the Japanese Bath) über die japanische Kultur und Riten des Bades in heißen Quellen oder meine Arbeit in Nordkorea sind zwei Beispiele. Ich habe sie verfolgt, weil sie sich „richtig angefühlt“ haben. Sie haben zu vielen Aufträgen geführt, die das gleiche oder ähnliche Themen hatten. Ich sammle gerade mehr Material für eine dritte Ausgabe von „Die Art des japanischen Bades“ (The Way of the Japanese Bath) und führe gleichzeitig eine neue Serie von Orang-Utan-Porträts fort, die hoffentlich vermittelt, dass es sich bei den Orang-Utans um fühlende Wesen handelt, die in mein Objektiv blicken. Sie sind in extremer Gefahr durch Abholzung in Sumatra und Borneo. Ich benutze den Arbeitstitel „Augen sind die Fenster zur Seele“ (Eyes are the Window to the Soul) und stelle diese Serie auch als Buch und Wanderausstellung vor. Außerdem war eines der Porträts von Orang-Utan Dame Azy für den Sony World Photography Award nominiert,

Wie produzieren Sie die Drucke Ihre Ausstellungen?

Mein Drucker ist Roger Wong bei Samy’s Camera Digital Service Bureau. Wir verwenden das Hahnemühle Photo Rag® 308 Papier für meine Arbeiten. Für mich ist ein Papier wichtig, das wiedergibt, was ich in dem Moment in dem ich den Auslöser gedrückt habe gesehen und gefühlt habe. Photo Rag® 308 ist ein fantastisches Fine Art Papier, das jede Menge Details aus meinen digitalen Dateien herausholt. Ich habe meine Nordkorea-, Myanmar-, Namibia-, Japan Tsunami-, Nepal Earthquake Recovery- und Iran-Serien darauf gedruckt. Meine aktuelle Orang-Utan-Serie will ich groß auf einem Hochglanzpapier aus der Hahnemühle Digital FineArt Collection drucken. Die Betrachter sollen diesen empfindsamen Wesen ganz nah kommen.

Vielen Dank für das Interview, Mark!

Mehr von Mark Edward Harris auf www.MarkEdwardHarris.com und auf Instagram @MarkEdwardHarrisPhoto

©Mark Edward Harris_Traffic Officer Pyongyang 2008
©Mark Edward Harris_Traffic Officer Pyongyang 2008
©Mark Edward Harris_Myanmar Mandalay Teak Bridge
©Mark Edward Harris_Myanmar Mandalay Teak Bridge
©Mark Edward Harris_Tsunami_Otsuchi Japan 2011
©Mark Edward Harris_Tsunami_Otsuchi Japan 2011
Porträt Mark Edward Harris
Porträt Mark Edward Harris

Harris oevre umfasst Portraits, Wildlife, Reisefotografie sowie Dokumentarfotografie. Seine Aufträge führten ihn in 97 Länder auf sechs Kontinenten. Redaktionelle Arbeiten erschienen in Publikationen von Vanity Fair, LIFE, TIME und Newsweek, GEO, Conde Nast Traveler, Vogue und The London Sunday Times Travel Magazine bis hin zu allen wichtigen Foto- und Bordmagazinen. Seine kommerziellen Kunden reichen von The Gap bis Coca-Cola. Er wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit einem CLIO, ACE, Aurora Gold, IPA Buch des Jahres und Fotograf des Jahres bei den Black & White Spider Awards. Seine Bücher umfassen Gesichter des zwanzigsten Jahrhunderts: Meisterfotografen und ihre Arbeit, der Die Art des japanischen Bades, Fernweh, Nordkorea, Südkorea, Inside Iran und seine neuesten The Travel Photo Essay: Beschreibung einer Reise in Bildern.

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